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Zwei Pannen verhindern Podium bei 24-Stunden Rennen

01.10.2020

Vom Redakteur der Heilbronner Stimme Dominik Knobloch

Patrick Assenheimer ist mittlerweile ein Routinier auf dem Nürburgring. Der Lehrensteinsfelder weiß, was beim legendären Langstrecken-Kurs in der Eifel auf einen Rennfahrer alles warten kann. "Man ist hier einiges gewohnt, aber das war wettertechnisch schon ein absolutes Ausnahmejahr - das 24-Stunden-Rennen hat alles übertroffen. Sehr, sehr speziell", sagte Assenheimer zu fast frostigen Temperaturen unter fünf Grad und Starkregen am vergangenen Wochenende. Gemeinsam mit Dominik Baumann, Maro Engel und Dirk Müller trotzte der 28-Jährige den widrigen Bedingungen im Auto-Arena-Mercedes AMG GT3 aber stark und kam nach einem äußerst chaotischen Rennen mit zwischenzeitlicher Unterbrechung als guter Gesamt-Achter über die Ziellinie.

Patrick Assenheimer

Und doch wäre deutlich mehr möglich gewesen, hätten zwei technische Probleme das fehlerfreie Fahrer-Quartett nicht ausgebremst. "Hätte, Wenn und Aber bringt am Ende nichts. Wir hatten die realistische Chance Minimum Richtung P3 zu fahren, vielleicht sogar P1", ärgerte sich Assenheimer etwas über die beiden Zwischenfälle mit dem Reifen und das verpasste Podest durch die notwendigen Zusatz-Stopps.

Zu einem ungewohnten Erfolg kam Assenheimer immerhin abseits der Strecke. "So ausgeschlafen war ich nach einem 24-Stunden-Rennen noch nie", kommentierte Patrick Assenheimer den Rennabbruch nach extrem turbulenten sieben Stunden: "Ich war zu diesem Moment sowieso nicht eingeplant. Ich bin gerade bei Red Flag im Hotel angekommen und konnte mir dann ganz gemütlich den Wecker stellen."

Für Patrick Assenheimer hatte es allerdings schon deutlich früher eine Unterbrechung gegeben. In der Einführungsrunde musste er feststellen, dass sich durch eine defekte Radmutter ein Rad löste. Nach seinem darauffolgenden Start aus der Boxengasse arbeitete er sich aber Platz um Platz nach vorne: "Die ersten zweieinhalb Stunden war es mir auf jeden Fall nicht langweilig. Ich bin schön durchs Feld gepflügt und habe viel Rückstand gutgemacht. Megageil, das war herausfordernd, hat aber richtig Spaß gemacht. Es lief sehr, sehr gut."

Auf Gesamtplatz acht angekommen, lief plötzlich gar nichts mehr. Die Rennleitung entschloss sich durch die extremen Witterungsbedingungen, die mehr und mehr Unfälle hervorriefen, um 22.30 Uhr das Rennen bis 8 Uhr morgens zu unterbrechen. "Für uns wäre es natürlich gut gewesen, wenn es weitergegangen wäre. Umso mehr Regen, umso besser lief der AMG. Aber die Unterbrechung hatte schon ihre Berechtigung", sagte Patrick Assenheimer. Und die Pause nahm Assenheimer und seinen Kollegen auch nicht ihren Lauf. Beim Restart kämpfte sich Maro Engel bis auf Position vier vor. Ein Boxenstopp wegen eines schleichenden Plattfußes und der anschließende Verlust des linken Vorderrades auf der GP-Strecke machten die Podiumsträume aber zunichte. "Das hat uns natürlich wieder zurückgeworfen", betonte Assenheimer: "Hier zu überleben, ist aber schon was Positives. Zu hundert Prozent zufrieden sein kann und darf man aber nicht, wenn man sieht, was möglich wäre."

Für den Meimsheimer Yannick Fübrich war der Start nicht möglich. Er hatte sich im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens am Bein verletzt und nach Rücksprache mit seinem Arzt beschlossen, auf einen Start mit seinem BMW 240i Racing Cup in der Eifel zu verzichten.

Quelle: Heilbronner Stimme